Aktuelle Unwetterwarnungen für Österreich
 
 
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22.03.2012

Wirtschaftsgebäudebrand vlg. Royer in Obertal

Wirtschaftsgebäudebrand vlg. RoyerWährend der Bergung des Gastankwagens erreichte uns kurz vor 15 Uhr über Funk die Meldung, dass das Wirtschaftsgebäude von vlg. Royer in Obertal in Vollbrand steht.

Zu der Zeit befanden sich TLFA 2000 und MTF Untertal mit Einsatzleiter OBI Reinfried Stocker beim Einsatz im hinteren Obertal. Das KLFA war gerade auf der Hinfahrt zur LKW-Bergung. Der Besatzung des KLF fiel die Rauchentwicklung auf der gegenüberliegenden Talseite auf. Sie fuhren sofort zum Einsatzort um Nachschau zu halten. Bei ihrem Eintreffen kam es zur Durchzündung und das gesamte Wirtschaftsgebäude sowie ein weiterer alter Stall daneben standen in Vollbrand. BM Hermann Zechmann ließ über Florian Steiermark Abschnittsalarm auslösen.
Etliche Feuerwehrkameraden und der Hofbesitzer befanden sich zu der Zeit noch beim Totenmahl nach einem Begräbnis. Bereits wenige Minuten nach der Funkalarmmeldung war auch MTF Untertal mit OBI Reinfried Stocker am Einsatzort. Er trieb die restlichen Pferde aus dem bereits brennenden Stall. Einen Großteil der Rinder befreite unser 14jähriger JFM Martin Rettenbacher bereits vorher gemeinsam mit einer jungen ungarischen Hausangestellten aus dem Stall. Martin wohnt einen Kilometer vom Einsatzort entfernt und war aus Interesse mit dem Fahrrad taleinwärts gefahren, nachdem er vorher die Einsatzfahrzeuge zum ersten Einsatz fahren sah. So wurde er zufällig zum Retter von mehr als 20 Rindern.

HBI Gerhard Ladreiter übernahm die Einsatzleitung. Vom TLFA 2000 Untertal wurde sofort mit einem HD-Rohr das wenige Meter in nördlicher Richtung befindliche Bauernhaus geschützt. Obwohl durch die enorme Hitze fast alle Fensterscheiben Richtung Süden und Osten zu Bruch gingen und die Holzverschalung stark angesengt wurde, konnte ein Brandausbruch beim dreigeschossigen Bauernhaus verhindert werden. Ein von Gästen in der Nähe des Brandobjektes geparkter PKW wurde durch die enorme Hitze stark beschädigt.

Insgesamt standen 11 Feuerwehren mit 20 Fahrezengen und ca. 150 Feuerwehrmänner im Einsatz. Über fünf Zubringleitungen wurde mit den TS das Löschwasser vom 200 m entfernten Obertalbach gepumpt. Die Pumpen und sonstige Gerätschaften wurden mit Traktoren über die teilweise noch schneebedeckte steile Wiese transportiert. Am Abend wurde mit einem LKW-Kran das Blechdach und teilweise die Zimmerung entfernt, um den großen Heustock abzutragen und wirkungsvoller löschen zu können. Um 22 Uhr konnten alle Nachbarwehren einrücken, unsere Wehr übernahm in zwei Schichten die Brandwache. Bei Tagesanbruch wurde mit den Löscharbeiten fortgesetzt.

Am späteren Vormittag wurde von der Kommission die Brandursachenermittlung aufgenommen. Nachdem diese abgeschlossen war, konnten am Nachmittag die restlichen Nachlöscharbeiten durchgeführt werden. Nach dem Geräteabbau, Reinigung und Versorgung der Ausrüstung ging am 23. März um 16 Uhr nach insgesamt über 25 Stunden Einsatzdauer dieser Einsatz zu Ende.

Als Brandursache wurde von der Kommission ein elektrischer Defekt am Hoftrac festgestellt. Der Schaden beläuft sich laut Zeitungsberichten auf ca. 500.000,-- Euro.

Menschen und Tiere kamen bei dem Großbrand nicht zu Schaden. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten durch die enorme Hitze in der Anfangsphase trotz Schutzhandschuhe Verbrennungen an beiden Händen. Er wurde von der anwesenden Rettung zur ambulanten Behandlung ins DKH Schladming gebracht.

Der glückliche Umstand, dass wir wegen der LKW-Bergung bereits im gleichen Tal in der Nähe waren, hat uns den zeitlichen Vorsprung von ca. 10 Minuten verschafft. Hätten wir diesen Vorsprung nicht gehabt, wäre das Bauernhaus wohl nicht mehr zu retten gewesen. Die frühe Entscheidung, Abschnittsalarm auszulösen war absolut richtig. Alle Kräfte wurden benötigt und waren zumindest sechs Stunden im Einsatz. Bei einigen Pumpenausfällen konnte unverzüglich Ersatzgerät eingeschoben werden und so herrschte nie Mangel an Einsatzkräften oder Gerätschaften. Die Erfahrungen der letzten Jahre hat immer wieder gezeigt, dass bei Wirtschaftsgebäudebränden in steilen Lagen mit meist schwieriger Löschwasserversorgung von Anbeginn der Einsatz mit ausreichend Kräften geführt werden muss, um den gewünschten Einsatzerfolg zu erzielen. Alle eingesetzten Kräfte haben auch diesmal wieder hervorragende Arbeit geleistet. Durch die vorbildliche Zusammenarbeit konnten wir noch größeren Schaden verhindern.

Eingesetzt waren:
FF Untertal-Rohrmoos mit TLFA 2000, KLFA und MTF mit 26 Mann;
alle übrigen Feuerwehren des Abschnittes Schladming;
Abschnittsbrandinspektor
Bereichs-Öffentlichkeitsbeauftragter
Bürgermeister
Rotes Kreuz
Polizei
Energie Steiermark AG